Der weltbeste Orangenkuchen

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Seit Anfang des Jahres helfe ich, zusammen mit einigen anderen Freiwilligen, ein paar Syrern dabei, Deutsch zu lernen. Einmal die Woche treffen wir uns um zu lesen, Grammatikstrukturen zu üben oder Konversation zu machen. Natürlich geht nicht immer alles komplett reibungslos vor sich. Gerade zu Beginn war ich aufgeregt und nervös, wie die Deutschstunden ablaufen würden und auch, wie das miteinander lernen funktionieren würde. Die anfängliche Skepsis bezüglich des fremden Gegenübers verflog aber innerhalb kürzester Zeit, sodass der Kontakt mit den jungen Männern ganz zwanglos funktioniert. Kommunikationsschwierigkeiten bei verschiedensten Erklärungsversuchen werden mit Händen, Füßen und Google gelöst. Dabei lerne ich nicht nur über die syrische Kultur, sondern auch viel über das frühere Leben meiner Deutschschüler. So schwer sich die Einzelschicksale oft auch anhören, so wichtig ist es auch, sich in der momentane Lage diese im Gedächtnis zu behalten, um sich die eigene Empathie zu bewahren, während überall über „die Flüchtlinge“ geredet wird. Die Erfahrungen, die ich während der letzten Monate dort gemacht habe, möchte ich nicht mehr missen.

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Letztes Wochenende wollten sich unsere Deutschschüler bei uns bedanken und luden Lehrer*innen und Helfer*innen zu sich nach Hause zu einem gemeinsamen Essen ein. Ich sag’s euch, die Tische bogen sich! Den ganzen Tag hatten die Männer für uns gekocht, um uns mit traditionellem Speisen aus ihrer Heimat zu verwöhnen. Das Essen war ein Wahnsinn, die Stimmung super und der ganze Abend ein voller Erfolg!

Damit wir ihnen zumindest ein bisschen Arbeit abnehmen konnten, kümmerten wir uns um den Nachtisch. Doch was sollte es werden? Mir war wichtig, dass der Geschmack zum restlichen Abend passen würde. Nach langem hin und her überlegen brachte mich Herr L auf eine großartige Idee: Warum nicht einen orientalischen Orangenkuchen backen? Auf der Suche nach Rezepten für eine andere Einladung war er in einem unserer Lieblingskochbücher, „Jerusalem“von Yotam Ottolenghi, über ein Rezept für einen getränkten Orangengrieskuchen gestolpert, der geschmacklich genau das beinhielt, nachdem ich auf der Suche war.

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Mit ein paar Abwandlungen war der perfekte Kuchen geboren, von dem niemand die Finger lassen kann: Saftig, süß und aromatisch schmeckt er so richtig nach Orient und die beigefügte Orangenmarmelade gibt ihm einen wunderbar dezenten herben Beigeschmack. Und das Beste: Der Kuchen ist im Nu zusammengerührt und gebacken! Na, worauf wartet ihr noch?

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Getränkter Orangengrieskuchen nach Yotam Ottolenghi

Zutaten (Für eine 24 cm Durchmesser Springform)

Für den Kuchen
8 Eier
520ml Orangensaft
360ml Sonnenblumenöl
die abgeriebene Schale von zwei Bioorangen
250g Orangenmarmelade mit Stückchen
180g Mehl
140g Zucker
140g Kokosraspeln
360g Hartweizengries
1 Päckchen Backpulver

Für den Sirup
300g Zucker
150ml Wasser
ein großzügiger Schuss Cointreau

Für den Guss
200g Staubzucker
etwas Orangensaft

Außerdem
eine Bioorange, in dünnen Scheiben

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Und so wird’s gemacht
Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Springform mit Backpapier auskleiden.

In einer Schüssel alle flüssigen Zutaten (und die Orangenmarmelade) so lange verrühren, bis sich die Marmelade aufgelöst hat.  In einer anderen Schüssel die trockenen Zutaten vermischen, dann die trockenen Zutaten zu den flüssigen geben und alles zu einem homogenen Teig verrühren. In die Form giessen und bei 180°C 80-90 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Nach 60 Minuten die Stäbchenprobe machen.

Kurz vor Ende der Backzeit den Sirup kochen. Dafür in einem Topf Zucker, Wasser und Cointreau aufkochen lassen und kurz bei kleiner Hitze weiterköcheln, dann vom Herd ziehen.

Wenn der Kuchen fertig gebacken ist, aus dem Ofen nehmen und ihn noch in der Backform mit der Sirup tränken. Dazu den Sirup löffelweise darüber geben und verstreichen. Immer wieder warten, bis der Kuchen den Sirup aufgesogen  hat. So fortfahren bis der ganze Sirup im Kuchen ist, dann den Kuchen vollständig auskühlen lassen bevor er aus der Form gestürzt wird.

In der Zwischenzeit den Guss vorbereiten. Dazu Staubzucker und Orangensaft zu einem dickflüssigen Guss verrühren.

Wenn der Kuchen ausgekühlt und aus der Form gestürzt ist, mit dem Guss bestreichen und mit den Orangenscheiben dekorieren.

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7 Comments

  • evabaeckt 19. April 2016 at 08:28

    Das Rezept hört sich wunderbar an! Und die Geschichte dazu, sogar noch besser 🙂 Ich durfte ähnliche Erfahrungen machen und kann dem nur beipflichten: Es ist ein voneinander Lernen!

    Reply
    • lauradreamsofcakes 19. April 2016 at 10:36

      Dankeschön 🙂 Ja ich find auch, das ist etwas von dem man nur profitieren kann! Liebe Grüße

      Reply
  • Casa Selvanegra 19. April 2016 at 10:17

    Herrlicher Kuchen, herrliche Fotos!
    xo & liebste Grüße, Sina
    http://CasaSelvanegra.com

    Reply
  • katcreatescakes 19. April 2016 at 17:57

    Schön ❤

    Reply
  • Birthe 21. April 2016 at 11:54

    Das sieht köstlich aus! Welchen Durchmesser hat denn deine Springform? Meine ist kleiner als die meisten und ich muss die Zutaten meist daran anpassen.
    Lg Birthe

    Reply
    • lauradreamsofcakes 21. April 2016 at 12:48

      Danke 🙂
      Meine Standardform hat 25cm Durchmesser, diese hier:

      https://www.allestorte.at/tortenform-rund-25-4cm-10cm-hoch.html

      Die find ich super weil sie auch so hoch ist. Wenn deine ein wenig kleiner ist, kannst du sonst auch so tricksen, dass du sie so mit Backpapier auskleidest, dass es höher als der Rand der Form ist. Wenn du willst mach ich dir mal ein Foto wie das dann aussieht. Das ist ganz praktisch wenn man entweder das Rezept nicht anpassen will oder mal eine besonders hohe Torte haben möchte.
      Ganz liebe Grüße,
      Laura

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