No-Knead Bread

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Als ich letzten Sommer von England zurückgekommen bin, hab ich mich vor allem auf eins gefreut: richtig gutes Brot. Denn wenn wir ehrlich sind, gibt es bei all den Vorzügen, die Großbritannien so zu bieten hat, doch das eine oder andere, dass sie auf der Insel noch lernen müssen. Eine vernünftige Brotkultur gehört da für mich dazu. Zwar gibt es auch dort die Möglichkeit, dem leidigen Toastbrot zu entfliehen, so ganz zufrieden war ich mit der Auswahl dann aber doch nicht. Ihr könnt euch also vorstellen, wie glücklich ich war, als ich endlich wieder in eine Laugenbreze oder ein leckeres Vollkornbrot beißen konnte.

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Da ich zu dieser Zeit glücklicherweise auch nicht gerade viel zu tun hatte, entflammte ganz schnell meine Lust aufs Selbermachen. Also hab ich mich ein wenig eingelesen, mir ein Gärkörbchen zugelegt und herumexperimentiert. Zwischendurch zog auch ein neues Familienmitglied, der Sauerteig bei uns ein – 3 Sauerteigbrote später, als mal gerade kein neues Brot geplant war, machte der sich allerdings nach seiner Fütterung im Kühlschrank selbstständig und musste sich deshalb wieder von uns verabschieden. Irgendwann geb‘ ich ihm vielleicht noch mal eine Chance, im Moment gehen wir allerdings getrennte Wege. Also sah ich mich nach Alternativen um – und wurde fündig: ich stolperte über das No-Knead Bread.

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Grade mal 10 Jahre ist es her, da hat Jim Lahey mit einem Rezept in der New York Times die Welt der Brotbäcker*innen und die, die das mal werden wollten, revolutioniert. Zwar hatte ich schon früher mal damit geliebäugelt, zum einen fehlte mir aber der passende Topf, zum anderen traute ich mich noch nicht ganz übers Brotbacken drüber. Doch das sollte sich nun ändern! Seit einigen Monaten besitzen der Herr L. und ich eine wunderbare Cocotte, die zwar nicht ganz so oft benützt wird, wie ich das eigentlich gerne hätte, aber trotzdem zu meinen liebsten Küchenhelfern gehört. Und für dieses Brot ist sie wie gemacht!

Das Rezept zum No-Knead Brot hört sich im ersten Moment zwar vielleicht ein wenig kompliziert an, ist es aber überhaupt nicht. Man braucht weder Vorkenntnisse im Brotbacken noch teures Equipment – nur Zeit und Geduld.  Wer die aber mitbringt und vor allem ein bisschen vorausplant, wird mit einem unglaublich leckeren rustikalen Brot belohnt, das süchtig macht! Ich halte mich an das ein wenig adaptierte Rezept vom kleinem Kuriositätenladen

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Zutaten

600g Mehl
2TL Salz
1/2 TL Trockengerm (Trockenhefe)
470g kaltes Wasser
ein ofenfester Topf mit Deckel
Topflappen
ca. 24 Stunden Zeit

Und so wird’s gemacht

Den Germ im Wasser auflösen, Mehl und Salz in einer großen Schüssel (ich nehme einfach meine Cocotte) vermischen und die Wasser-Germmischung hinzugeben. Mit dem Stiel eines Holzlöffels gut verrühren, abdecken (also entweder Deckel oder großen Teller drauf) und für 18 Stunden gehen lassen.

Nach 18 Stunden eine Arbeitsfläche gut mit Mehl bestäuben, den Teig (der hat sich in der Zwischenzeit deutlich vergrößert und blubbert vor sich hin) auf die Arbeitsfläche geben (der Topf muss wahrscheinlich ein wenig ausgekratzt werden). Den Teig insgesamt 4mal nach innen falten und den „Teigschluss“ bemehlen. Mit einem Küchentuch abdecken und 15 Minuten gehen lassen. Das gibt euch genug Zeit ein Gärkörbchen sehr gut zu bemehlen. Nach den 15 Minuten den Teig mit Schluss nach unten ins Körbchen legen, mit einem Küchentuch abdecken und weitere 2 Stunden gehen lassen.

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Nach eineinhalb Stunden Gehzeit die (in der Zwischenzeit wieder gewaschenen und abgetrockneten) Cocotte mit Deckel in den Backofen geben und auf mind. 250°C (mein Ofen schafft nicht mehr), besser 260°C heizen. Nach einer halben Stunde den Topf MITHILFE VON TOPFLAPPEN rausnehmen, den Deckel absetzen und den Teig aus dem Gärkörbchen in den Topf schubsen – das Teigschluss ist jetzt wieder an der Oberseite. Deckel wieder auf den Topf (Topflappen nicht vergessen!) und für 35 Minuten ab in den Ofen. Nach 35 Minuten den Deckel runternehmen und für weitere 10 Minuten offen weiterbacken, damit die Kruste schön gebräunt ist.

Nach der Backzeit den Topf aus dem Ofen holen und das Brot rauskippen. Auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen und genießen.

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No Comments

  • christinawaitforit 15. März 2016 at 15:12

    Mhmmmmm, ich liebe selbst gebackenes Brot. Sieht übrigens wahnsinnig toll aus, dein Brötchen *hihi*
    Lass es dir gut schmecken!!

    Alles Liebe, Christina von christinawaitforit.com

    Reply
    • lauradreamsofcakes 15. März 2016 at 15:19

      Danke 🙂 Das sieht nicht nur toll aus, das schmeckt auch richtig lecker!
      Liebe Grüße,
      Laura

      Reply
      • christinawaitforit 15. März 2016 at 15:20

        Das ist auch das Wichtigste!! Ich hab schon so einen Hunger, ich könnte das ganze Brot auf einmal essen..

        Reply
        • lauradreamsofcakes 15. März 2016 at 18:57

          Am Schluss alle Krümel beseitigen und jegliche Brotexistenz stur leugnen 😉

          Reply
  • Tanya 15. März 2016 at 17:08

    Wow das klingt echt super das muss ich demnächst auch mal probieren 🙂

    Reply
    • lauradreamsofcakes 15. März 2016 at 18:56

      Unbedingt! Würd mich freuen wenn erzählst wie’s dir gegangen ist!
      Alles Liebe

      Reply
  • Oh la la – französisches Baguette – Laura dreams of Cakes 30. Mai 2016 at 07:03

    […] dieses Unterfangen in Großbritannien um einiges schwieriger gestalten als hierzulande, habe ich hier schon mal erwähnt. Die Freude, die sich auf ihrem Gesicht ausbreitete, als wir doch endlich mal […]

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