Feurige Schoko-Chili-Tarte mit Karamell

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Eigentlich ist das Ganze ja Herrn L’s Schuld. Naja, noch eigentlicher die meiner Schwester. Als wir uns im Sommer zum gemeinsamen Brunch bei unsrer Mama trafen, hatte sie einen unglaublich leckeren Karamellaufstrich von Bonne Maman dabei. Wer mich kennt, weiß, dass ich für Karamell nicht nur so einiges tun würde, sondern dass es in meiner Gegenwart auch nicht gerade von einer langen Lebensdauer gesegnet ist. Nachdem mein Löffel schon so einige Male im Glas verschwunden ist, wurde mir die leckere Karamellcreme auch relativ schnell wieder entzogen. Wochen gingen nun ins Haus, in denen ich nicht aufhörte davon zu schwärmen und dem Herrn L damit in den Ohren lag, wie köstlich das doch war und dass wir uns das ganz bald auch mal kaufen müssten. Im Supermarkt bin ich allerdings jedes Mal schnurstracks daran vorbeigelaufen, weil das schlechte Gewissen beim Griff danach einen bösen Blick auf meine Taille geworfen hat. Irgendwann wurde es dem Herrn L dann aber doch zu bunt und er brachte mir vom Einkaufen ein Glas Karamellaufstrich von Tiroler Edle mit: Dieses goldene, buttrig-süße Geschenk des Himmels versüßte mir seitdem schon einige Tage.

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Eines schönen Nachmittags letzte Woche, als ich gerade gedankenverloren einen Löffel Karamellaufstrich genoss, kam mir eine Idee. Da das goldene Stückchen Glück nicht nur unglaublich köstlich, sondern auch sündhaft teuer ist, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen zu versuchen, selbst einen solchen Aufstrich herzustellen. Und was soll ich euch sagen: Mein Versuch ging voll auf. Mein Karamellaufstrich ist samtig-cremig, karamellig-süß und ein wenig Vanille und Salz geben ihm einen ganz besonderen Kick – ich könnt‘ mich reinlegen.

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Nun stand ich aber vor dem Problem, dass ich im Kühlschrank nicht nur ein, sondern zwei fast volle Gläser Karamell, die darauf warteten, entweder Löffel für Löffel langsam auf meine Hüften zu wandern, wo sie mir – trotz alles Liebe, die ich für sie empfinde – das Leben schwermachen würden. Oder aber ich könnte dafür sorgen, dass sie für etwas Höheres bestimmt werden. Mit was könnte Karamell kombiniert werden, um es noch besser zu machen? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Schokolade.

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Nachdem Herr L mir erst einen Vortrag darüber hielt, dass er mir nie wieder etwas wie den Karamellaufstrich kaufen würde, wenn ich sofort meinen eigenen mache, hatte er dann doch einen konstruktiven Vorschlag dafür, was ich daraus zaubern könnte: Eine wunderbare Tarte nach einer Idee von Jamie Oliver: Butterzarter Tarteboden trifft samtiges Karamell und feurig-scharfe Schokolade – eines der aufregendsten Geschmackserlebnisse, die man sich vorstellen kann!

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Feurige Schoko-Chili-Tarte mit Karamell

Zutaten
Für den Mürbeteig
200g Mehl
100g kalte Butter, in Stücken
50g Zucker
Prise Salz
1 mittelgroßes Ei

Für das Karamell
150g Kristallzucker
200ml Sahne
Mark einer halben Vanilleschote
1 Prise Fleur de Sel

Für die Chili-Schokolade
200g Zartbitterschokolade
75g Butter
50ml Sahne
1 Prise Zimt
n. B. Chilipulver (zumindest eine gehäufte Messerspitze)
4 Eier
1 Prise Salz

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Und so wird’s gemacht
Für den Mürbeteig alle Zutaten vermischen und mit den Händen rasch zu einem glatten Teig verkneten. Zu einer Kugel rollen, in Frischhaltefolie einwickeln und mind. eine halbe Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Danach auf einer bemehlten Oberfläche ausrollen, in eine Tarteform geben und bei Bedarf aus einem Stückchen Teig den Rand formen. Alles gut festdrücken, eventuelle Risse „kleben“. Mit einer Gabel Löcher in den Teig stechen und die Form für ca. 20 min in den Gefrierschrank geben.

Für das Karamell den Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze langsam schmelzen, bis sich alle Kristalle aufgelöst haben und er hellbraun ist. Mit der Sahne ablöschen, Vanillemark und Fleur de Sel dazuben und ca. 10 min bei mittlerer Hitze unter Rühren köchelnd eindicken lassen. Ein kleines Löffelchen voll Karamell auf einen Teller geben und kurz erkalten lassen. Hat das Karamell die gewünschte Konsistenz könnt ihr es in ein sauberes Marmeladeglas geben und auskühlen lassen. Ist es euch zu flüssig, lasst es noch ein paar Sekunden köcheln, ist es zu fest, gebt tröpfchenweise Wasser hinzu.

Die Tarte in den vorgeheizten Ofen geben und bei 170°C Ober- und Unterhitze ca. 10 backen. Aus dem Ofen nehmen, auskühlen lassen und das Karamell darauf verstreichen.

Für die Chilischokolade in einem Wasserbad Butter und Schokolade schmelzen lassen. Sahne, Zimt und Chili zugeben und gut verrühren, etwas abkühlen lassen. Die Eier  mit einer Prise Salz sehr schaumig schlagen (am besten in einer Küchenmaschine), bis sie hellgelb sind und sich die Masse verdoppelt hat. Weiterrühren und die Schokolademischung in einem dünnen Strahl hineingießen. Gut verrühren und die Eier-Schokolademasse auf der Tarte verteilen.

Bei 170°C Ober- und Unterhitze für 15 – 20 min backen. Die Schokolade sollte an den Rändern fest sein, in der Mitte aber noch etwas wackeln. Aus dem Ofen nehmen, mindesten 2 Stunden auskühlen lassen und genießen!

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No Comments

  • Sonja 8. Oktober 2015 at 10:52

    Wunderschöne Bilder, ich kann mich garnicht sattsehen… 😉
    Liebe Grüße, Sonja

    Reply
    • lauradreamsofcakes 8. Oktober 2015 at 11:44

      Dankeschön 🙂 Und ich versprech’s dir, die Tarte schmeckt noch besser als sie aussieht!
      Liebe Grüße,
      Laura

      Reply
  • gartenkuss 10. Oktober 2015 at 11:40

    Werde ich ausprobieren. Danke fürs Rezept. LG von gartenkuss

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