Chia-Liebe

DSC_0121 Normalerweise bin ich bei neuen Kochtrends immer ganz vorne mit dabei – ich liebe es, neue Dinge auszuprobieren. Dank meiner angeborenen Neugierde (ganz ehrlich: vor mir ist aber auch schon gar nichts sicher) fällt es mir meistens recht schwer, mich zurückzuhalten und nicht sofort loszulegen wenn ich etwas entdecke. Meistens bin ich zufrieden mit der Neutentdeckung, manchmal bin ich richtiggehend begeistert und koche oder backe wochenlang nichts anderes mehr und nur ganz selten ekelt mich das Ergebnis. Noch seltener entscheide ich, etwas nicht auszuprobieren, weil es mich einfach nicht besonders ansieht – so geschehen zum Beispiel bei den Cronuts, die letztes Jahr Wellen geschlagen haben. Irgendwie ist mir das dann doch zu fettig, abgesehen davon, dass ich nicht mal Donuts viel abgewinnen kann. Da ist mir der Aufwand und der Ölgeruch in der Küche einfach zu schade.

Was mir aber eigentlich nie passiert, ist, dass etwas einfach an mir vorbeigeht. Klar, manchmal fällt mir etwas nur nebenbei auf und ich brauche einige Zeit, bis ich bewusst daran gehe, es selbst zu machen. Oder ich kaufe die Zutaten (oder das Produkt) und vergesse dann erstmal, dass ich das noch kochen wollte. Aber etwas einfach nicht mitkriegen? Nein, das sieht mir einfach nicht ähnlich.

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Und dennoch habe ich nun etwas verpasst. Beziehungsweise habe ich es ausprobiert, ohne zu wissen, dass es überhaupt ein Trend war. Ganz begeistert wollte ich meine Entdeckung teilen, nur um festzustellen, dass es außer mir anscheinend schon jeder kannte.

Aber der Reihe nach: Als ich Weihnachten nach Hause kam, fand ich am nächsten Morgen im Kühlschrank eine eigenartige, glibberige Masse aus kleinen Kügelchen. Zugegebenermaßen einigermaßen angeekelt fragte ich meine Mutter, was das denn sein sollte. Ihre Antwort: Chiasamen, ihr neues Frühstück. Wie jetzt, DAS soll ein Frühstück sein? Und genauso wichtig: Das bisschen soll mich sattkriegen? Ich glaubte meiner Mutter natürlich nicht, als sie mir versicherte dass die Chiasamen sehr wohl schmecken und dass sie dank diesen kleinen Wunderdingern von 7 Uhr morgens bis zum Mittagessen komplett gesättigt ist. Ja klar, dachte ich mir, von den glibbrigen Dingern soll ich satt werden? Guter Witz.

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Ausprobieren musste ich es natürlich trotzdem. Mit ein wenig Reismilch angerührt und über Nacht in den Kühlschrank gestellt, stellte ich mir am nächsten Morgen die Frage, ob ich das denn wirklich essen sollte. Aber da ich ja ein grundsätzlich offener und aufgeschlossener Mensch bin, nahm ich all meinen Mut zusammen und probierte einen Bissen. Und was soll ich sagen? Ich war wirklich hellauf begeistert. Klar, die riesen Geschmacksexplosion muss man sich jetzt nicht erwarten und auch das glibbrige Gefühl im Mund ist erstmals einfach gewöhnungsbedürftig, aber kombiniert mit Reismilch, ein wenig Marmelade oder frischem Obst eignet sich Chia wirklich super als leckeres und gesundes Frühstück, Dessert oder Snack zwischendurch.

In der Zwischenzeit esse ich meine beinahe täglichen Chiasamen in verschiedenen Variationen: Ich mische sie in meinen Frühstückssmoothie und ab und zu sogar in Kuchen, ich setze sie abends mit Haferflocken als Müsli an oder genieße sie, wie hier in diesem Rezept, als Pudding. Die Zubereitung ist denkbar einfach und so steht dem Chia-Glück wirklich nichts mehr im Weg.

Und hier komme ich wieder zum Anfang zurück: Nach einigen Monaten Chia-Essen wollte ich meine Entdeckung nun eben endlich teilen, und merke nach ein paar Klicks im Netz, dass ich wohl nicht die Einzige bin, die diese Wundersamen toll findet…

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Chia-Pudding

Zutaten
2 – 3 EL Chiasamen
120ml Reis-, Mandel- oder Kokosmilch
Obst nach Belieben

Und so wird’s gemacht
Die Chiasamen und die Milch in eine Schüssel oder ein Glas geben, gut vermischen und über Nacht (oder zumindest für ein paar Stunden) im Kühlschrank quellen lassen. Mit frischem Obst toppen und genießen.

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